Laminatboden ohne abschließende Sockelleiste an der Wand

Laminat ohne Sockelleisten verlegen – ja oder nein?

Für den Verzicht auf Sockelleisten gibt es verschiedene Gründe. Möchten Sie Laminat in einem niedrigen Raum verlegen, könnten die Leisten für eine optische Herabsenkung der Decke sorgen. Da die Dehnungsfuge essenziell ist, können Sie Laminat ohne Sockelleisten nicht einfach so verlegen. Doch es gibt durchaus Möglichkeiten, die Sie mit ein wenig handwerklichem Geschick oder in Ausführung vom Fachmann umsetzen (lassen) können.

Warum braucht man Sockelleisten?

Laminatböden werden mit einem Wandabstand zwischen 10 und 15 mm verlegt. Auch um Heizungsrohre, vor Treppen oder um Türzargen und Schwellen herum muss die Dehnungsfuge erzeugt werden. Das wiederum bringt mit sich, dass das Laminat nicht mit der Wand abschließen und bündig an ihr anliegen kann. Wenn Sie Laminat ohne Sockelleisten verlegen, bleibt ein sichtbarer Spalt, der Ihren Boden unfertig aussehen lässt. Mit Silikon oder Acryl können Sie einen so breiten Spalt nicht ausgleichen. Auch Übergangsleisten kommen nicht in Frage, wenn es um den Abschluss an Ihren Wänden geht. Sockelleisten haben ganz einfach die Bedeutung, dass sie die Spalte verdecken und für eine ebenmäßige und harmonische Ausstrahlung Ihres neuen Bodens sorgen. Obendrein erfüllen die Fußbodenleisten in Hohlkehlausführung einen weiteren Zweck. Sie eignen sich sehr gut als Kabeldurchführung und schließen aus, dass Sie sichtbare Kabel im Raum verlegen müssen. Die Hauptaufgabe der Sockelleiste besteht aber darin, die Dehnungsfuge zu kaschieren und einen ordentlichen Übergang zwischen dem Laminat und der Wand zu erzeugen.

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Warum Abstände bei Laminat wichtig sind

Wie Parkett gehört auch schwimmend verlegtes Laminat zu den Böden, die sich je nach äußerem Einfluss ausdehnen und zusammenziehen. Durch das Schwellverhalten würde es bei wandabschließender Verlegung zu einer immensen Spannung im Boden kommen. Federn könnten abbrechen, Dielen würden sich vom Boden abheben und es käme zur Rissbildung. Durch die Abstände, die mindestens einen Zentimeter und bestenfalls eineinhalb Zentimeter betragen, schließen Sie dieses Risiko aus. Das Laminat hat die Möglichkeit, bei Hitze oder erhöhter Luftfeuchtigkeit zu quellen und sich zu den Seiten hin auszudehnen. Kühlt der Raum wieder ab, vergrößert sich die Dehnungsfuge und der Bodenbelag kehrt in seine ursprüngliche Form zurück. Laminat besteht zu 90 % aus Holz. Das bedeutet, dass das Material arbeitet und dass es daher nicht sinnvoll ist, Laminat ohne Sockelleisten zu verlegen und aus diesem Grund auf die Bewegungsfuge zu verzichten.

Fugenloser Wandabschluss bei Laminat auch ohne Sockelleisten – geht das?

Fakt ist, dass die meisten Sockelleisten Einfluss auf die Platzierung von Möbeln direkt an der Wand nehmen. Der Wunsch nach der Verlegung von Laminat ohne Sockelleisten ist daher oftmals praktischer Natur. Es gibt Möglichkeiten, wie Sie die Dehnungsfuge erzeugen und dabei auf Abschlussleisten verzichten können. Die Voraussetzung dafür ist, dass Sie diesen Gedanken in Ihrem Eigenheim und nicht in einer Mietwohnung hegen. Denn die beste Variante beruht auf einer Nut in der Wand, die Sie in der Stärke der Laminatdielen einfräsen. Nach der Verlegung schließt der Laminatboden direkt mit der Wand ab, sodass keine sichtbare Dehnungsfuge vorhanden ist. Dehnt sich der Boden aus, haben die Dielen durch die Einkerbung in der Wand den Platz, den sie benötigen. Auch Fugen im Boden und eine unter dem Laminat erzeugte Lattung sind möglich. Allerdings ist das ein enormer Arbeitsaufwand, wodurch diese Option in der Praxis eher selten genutzt wird. Denn dazu müssen Sie eine Aussparung im Estrich schaffen und sehr akkurat arbeiten. Wenn Sie Ihr Laminat ohne Sockelleisten verlegen möchten, bietet Ihnen die folgende Anleitung eine Basis für die Umsetzung Ihrer Idee.

Anleitung zur Verlegung

Sie verlegen die erste Reihe Laminatboden direkt an der Wand. Anschließend gehen Sie an den anderen Wänden sowie an Türschwellen nach dem gleichen Prinzip vor. Die Mittelfläche Ihres Bodens ist nicht mit Laminat ausgelegt. Denn die Erstverlegung ist ein Provisorium, das Sie für die genaue Fräsung der Nut benötigen. Professionelle Fußbodenleger benötigen eine Diele und die Trittschalldämmung, um daraus die Aufbauhöhe zu errechnen und die Nut an allen vier Wandseiten richtig einzufräsen. Diese Methode eignet sich nur für Putz- und Steinwände. Bei tapezierten Wänden würde die Tapete irreparabel beschädigt werden. Die Grundlage für das Fräsen einer Nut ist ein vollständig ebener Boden ohne Gefälle.

  • Legen Sie die Trittschalldämmung aus und verbringen die erste Diele darauf.
  • Messen Sie die Höhe genau aus.
  • Nutzen Sie die Wasserwaage und ziehen sich rundherum eine Linie.
  • Ziehen Sie eine zweite Linie, sodass Sie die Stärke des Laminats sehen.
  • Fräsen Sie 10 bis 15 mm in die Wand und achten auf die einheitlich korrekte Höhe.
  • Probieren Sie, ob die Diele in Ihre Nut passt und sich bei Ausdehnung in den Spalt schieben kann.
  • Beginnen Sie mit der Verlegung unmittelbar an der Wand und lassen keine Ritzen.

Tipps & Tricks – was beachtet werden muss

Ein schwimmender Boden aus Laminat ohne Sockelleisten sieht ganz klar sehr attraktiv aus. Doch er setzt viel handwerkliches Know-how oder die Beauftragung eines Fachmannes voraus. Kleinste Fehler schränken die Funktion der Nut ein oder sorgen dafür, dass Sie bei unter dem Laminat verarbeiteten Latten einen sichtbaren Höhenunterschied erzeugen. Bedenken Sie auch, dass leistenlos verlegte Böden einen höheren Reinigungsaufwand erfordern. Staub und Umweltrückstände lagern sich im Übergang ab und führen dazu, dass die Abschlüsse verschmutzt aussehen. Das können Sie vermeiden, in dem Sie mit einer speziellen Fugendüse saugen und die Momente abpassen, in denen Ihr Laminat nicht ausgedehnt und in die Wandnuten verschoben ist. Die beste Lösung für Ihr Laminat ohne Sockelleisten ist ein Fußbodenleger, der über jahrelange Erfahrung verfügt und der Ihr Projekt in Präzision realisiert.

FAQ

Kann man Laminat ohne Leisten verlegen?

Prinzipiell können Sie einen Boden aus Laminat ohne Sockelleisten verlegen. Doch das heißt nicht, dass Sie keine Dehnungsfuge einplanen müssen. Am häufigsten wird für den notwendigen Ausdehnungsraum des Bodens eine Nut in die Wände gefräst. Wenn Sie hier sauber vorgehen und die Nut breit genug fräsen, kann der Boden arbeiten und Sie müssen sich keine Gedanken um Risse und andere Beschädigungen machen. Optional besteht die Möglichkeit, eine untere Lattung anzulegen und so den Ausgleich für die Bewegungsfuge zu schaffen. Fragen Sie einen Fußbodenleger, welche Methode in Ihrem Fall am besten funktioniert und das gewünschte schwebende Ergebnis Ihres Bodens mit sich bringt.

Sind Sockelleisten nötig?

Wie bereits erläutert, sind Sockelleisten nicht unbedingt notwendig. Da ein Verzicht auf die Dehnungsfuge unmöglich ist, müssen Sie alternative Methoden anwenden und die Funktion der Sockelleiste ersetzen. Einen sichtbaren Spalt können Sie nicht lassen, wenn Sie den Übergang zwischen der Wand und dem Laminat ohne Sockelleisten kreieren wollen. Eine in Dielenstärke gefräste Nut ersetzt die Leiste und sorgt dafür, dass sich Ihr Boden jederzeit ausdehnen und wieder schrumpfen kann. Die Paneelen schieben sich in die Nut, die dementsprechend mit mindestens einem Zentimeter Tiefe in die verputzte Wand eingebracht wird.

Was passiert, wenn man Laminat nicht akklimatisiert?

Ehe Sie Laminat verlegen, sollten Sie die ausgepackten Dielen mindestens 24 Stunden bei Zimmertemperatur lagern. Ohne die Akklimatisierung kann es unmittelbar nach der Verlegung zu Problemen kommen. Eine Trennung der Nut-und-Feder-Verbindung, aber auch die Aufwölbung des gesamten Bodens sind Folgen von kalt oder heiß verlegtem Laminatboden. In den meisten Fällen lösen sich einzelne Bretter aus dem Verbund. Dann werden Fugen sichtbar, die nicht geplant waren und die sich negativ auf die Ästhetik des Fußbodens auswirken. Egal ob Sie Laminat ohne Sockelleisten oder mit Abschlussleisten verlegen, die Temperierung der Dielen muss in jedem Fall erfolgen.